Die meisten Anrufe zur Baumpflege klingen ähnlich: Der Baum ist zu groß geworden, es wird zu dunkel, bei Wind knackt es verdächtig, oder es fallen ständig trockene Äste herunter. Fast immer steckt dahinter kein Fall für die Motorsäge, sondern schlicht ein Baum, den seit zehn oder zwanzig Jahren niemand angefasst hat.
Baumpflege heißt, gezielt so wenig wie möglich zu schneiden. Jeder Schnitt ist eine Wunde, und ein Baum verschließt Wunden nur langsam. Deshalb arbeiten wir nach den Regeln der ZTV-Baumpflege: am Astring ansetzen, keine Stummel stehen lassen, keine Kappungen. Ein gekappter Baum treibt panisch wieder aus, die neuen Triebe sitzen schlecht angebunden auf dem alten Holz und brechen nach ein paar Jahren zuverlässig aus. Was billig aussieht, wird so zum Dauerproblem.
Der zweite Teil unserer Arbeit ist die Einschätzung: Wie stabil ist der Baum wirklich? Sitzt ein Pilz am Stammfuß, gibt es Risse, Zwiesel oder ausgefaulte Bereiche? Daraus ergibt sich, ob ein Pflegeschnitt reicht, eine Kronensicherung sinnvoll ist oder ob der Baum langfristig doch weichen muss.