BaumhilfeLeipzig
Obstbaumschnitt

Obstbaumschnitt in Leipzig: mehr Licht, mehr Frucht, weniger Holz

Ein Obstbaum, den zehn Jahre niemand geschnitten hat, trägt viele kleine Früchte weit oben. Mit dem richtigen Schnitt kommt der Ertrag zurück in Reichweite, ohne dass der Baum in Panik austreibt.

Baumreihe mit frischem Schnittgut am Boden während der Pflegearbeiten

Leipzig und das Umland sind voll mit alten Obstbeständen: Kleingartenanlagen, Grundstücke aus den Fünfzigern, Streuobstwiesen am Stadtrand Richtung Taucha und Markkleeberg. Das Muster ist fast immer gleich. Der Baum wurde in den ersten Jahren gepflegt, dann kam eine lange Pause, und heute steht ein dichtes Gerüst da, das oben trägt und unten nichts mehr macht.

Beim Obstbaumschnitt geht es weniger ums Kürzen als ums Auswählen. Licht muss bis in die Kronenmitte kommen, weil Fruchtholz ohne Licht verkahlt. Also raus mit den senkrechten Wasserschossen, den nach innen wachsenden Trieben und den sich reibenden Ästen, statt die Krone von außen kugelrund zu scheren. Ein gut geschnittener Baum sieht danach eher luftig aus, nicht kürzer.

Wichtig ist das Maß. Wer einen jahrzehntelang vernachlässigten Apfelbaum in einem Winter auf die Hälfte zurücknimmt, bekommt im Folgejahr einen Wald aus senkrechten Trieben und weniger Obst als vorher. Deshalb verteilen wir Verjüngungen bewusst auf zwei bis drei Durchgänge in aufeinanderfolgenden Jahren.

Schnittarten

Welcher Schnitt zu welchem Baum gehört

Alter und Zustand des Baums entscheiden, nicht der Kalender allein. Wir sehen uns den Baum an und sagen Ihnen, in welcher dieser Lagen er ist.

Erziehungsschnitt am Jungbaum

Die ersten Jahre entscheiden über die nächsten dreißig. Aus dem Mitteltrieb und drei bis vier gut verteilten Leitästen wird das Grundgerüst aufgebaut. Wer hier zwei, drei Winter investiert, spart später die großen Wunden, die ein Korrekturschnitt am Altbaum verlangt.

Erhaltungsschnitt

Der reguläre Schnitt am tragenden Baum, meist alle ein bis zwei Jahre. Wasserschosse raus, nach innen wachsende Triebe raus, überaltertes Fruchtholz ableiten. Die Krone bleibt licht und der Ertrag verteilt sich, statt sich in ein Jahr zu drängen.

Verjüngung am Altbaum

Für den vernachlässigten Baum mit dichtem, vergreistem Gerüst. Wir nehmen zuerst die großen Fehler heraus, dann in den Folgejahren Schritt für Schritt mehr. Über drei Jahre bekommt der Baum eine tragfähige Krone zurück, ohne dass er mit einem Meer aus Wasserschossen antwortet.

Steinobst nach der Ernte

Kirsche, Pflaume, Zwetschge und Pfirsich schneiden wir bevorzugt im Sommer nach der Ernte. Die Wunden verschließen sich schneller, und das Risiko für Monilia und die Silberblattkrankheit ist geringer als beim Winterschnitt. Ein Termin im August ist hier oft besser als einer im Februar.

Hochstamm und Streuobst

Alte Hochstämme auf Streuobstwiesen erreicht man nicht mit der Leiter, ohne sich in Gefahr zu bringen. Wir arbeiten gesichert aus dem Seil oder von der Bühne. Bei mehreren Bäumen auf einer Wiese lohnt sich ein gemeinsamer Termin deutlich.

Sanierung nach Bruch

Wenn ein Leitast unter der Last ausgebrochen ist, geht es zuerst darum, die Wunde sauber nachzuschneiden statt sie ausfransen zu lassen. Danach wird die Krone wieder ins Gleichgewicht gebracht, damit die verbliebene Seite nicht als nächste bricht.

Gut zu wissen

Zeitpunkt, Ertrag und die häufigsten Fehler

Beim Obstbaum kann man wenig kaputt machen, aber viel verschenken. Diese vier Punkte machen den Unterschied.

Kernobst im Winter, Steinobst im Sommer

Apfel und Birne schneidet man in der Ruhephase, meist zwischen Februar und März bei frostfreiem Wetter. Kirsche, Pflaume und Pfirsich dagegen nach der Ernte im Sommer. Diese eine Unterscheidung erspart die meisten Pilzprobleme an Schnittwunden.

Schnitt ist erlaubt, auch im Sommer

Der Pflegeschnitt am einzelnen Obstbaum fällt nicht unter das Verbot des § 39 BNatSchG, das auf Hecken und Gehölzbestände zielt. Brütet ein Vogel im Baum, warten wir trotzdem. Die Leipziger Baumschutzsatzung kennt für Obstbäume eigene Schwellen, für einen Schnitt braucht es aber ohnehin keine Genehmigung.

Stark schneiden heißt stark austreiben

Der Baum reagiert auf jeden Eingriff mit Wachstum an der Schnittstelle. Wer viel wegnimmt, bekommt viele senkrechte Wasserschosse und wenig Frucht. Deshalb wird lieber abgeleitet, also auf einen vorhandenen Seitentrieb geschnitten, statt einfach gekürzt.

Was der Schnitt nicht kann

Ein Baum mit Stammfäule oder starkem Krebsbefall wird durch Schnitt nicht gesund. Manchmal ist die ehrliche Antwort, den Ertrag noch ein paar Jahre mitzunehmen und die Nachpflanzung schon jetzt daneben zu setzen. Das sagen wir Ihnen, bevor Sie in einen Sanierungsschnitt investieren.

Preise

Was Obstbaumschnitt in Leipzig kostet

Der Preis richtet sich nach Größe und Zustand des Baums. Ein jährlich gepflegter Halbstamm ist schnell erledigt, ein zwanzig Jahre ungeschnittener Hochstamm ist ein halber Tag.

LeistungUmfangRichtpreis
Junger Baum, Erziehungsschnittbis ca. 3 m, vom Boden ausab 45 €
Halbstamm, Erhaltungsschnittregelmäßig gepflegtab 90 €
Hochstamm, Erhaltungsschnittgesichert aus dem Seil oder von der Bühneab 150 €
Verjüngung am Altbaumje Durchgang, über 2–3 Jahre verteiltab 180 €
Streuobstwieseab 5 Bäumen, je Baumreduziert
Schnittgut entsorgenhäckseln und abfahrennach Menge

Im Kleingarten oder auf der Streuobstwiese lohnt sich ein Sammeltermin. Sprechen Sie im Verein ab, wer noch mitmacht, dann fällt die Anfahrt nur einmal an.

Ablauf

So läuft ein Obstbaumschnitt ab

  1. 1

    Baum ansehen

    Art, Alter, letzter Schnitt und Ihr Ziel: Ertrag, Höhe im Griff behalten oder einfach Ordnung. Daraus ergibt sich, ob es ein Durchgang wird oder mehrere über die Jahre.

  2. 2

    Zeitpunkt wählen

    Kernobst im Spätwinter, Steinobst nach der Ernte. Wenn Sie im falschen Fenster anfragen, sagen wir Ihnen den besseren Termin, statt den Auftrag mitzunehmen.

  3. 3

    Schneiden

    Erst die groben Fehler, dann das Feine. Geschnitten wird am Astring und mit Ableitung auf Seitentriebe, damit der Baum die Wunde überwachsen kann.

  4. 4

    Aufräumen

    Schnittgut wird gehäckselt und abgefahren, auf Wunsch bleibt es als Mulch unter dem Baum liegen. Dickeres Astholz können Sie als Brennholz behalten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Obstbaumschnitt

Mein Apfelbaum wurde zehn Jahre nicht geschnitten. Lohnt sich das noch?

In den allermeisten Fällen ja. Solange Stamm und Leitäste gesund sind, lässt sich fast jeder vernachlässigte Apfelbaum wieder aufbauen. Rechnen Sie mit zwei bis drei Durchgängen in aufeinanderfolgenden Jahren, ein einzelner Radikalschnitt würde mehr schaden als helfen.

Warum trägt mein Baum nur jedes zweite Jahr?

Das nennt sich Alternanz. Der Baum trägt in einem Jahr so viel, dass er im Folgejahr keine Blütenknospen anlegt. Ein regelmäßiger Schnitt plus Ausdünnen der Früchte im Frühsommer bricht diesen Rhythmus meist auf.

Kann ich im Sommer schneiden, wenn ich im Winter nicht dazu kam?

Bei Apfel und Birne ist ein leichter Sommerschnitt im Juli und August möglich und bremst sogar den starken Trieb. Der Aufbauschnitt gehört trotzdem in den Spätwinter. Bei Kirsche und Pflaume ist der Sommer ohnehin der bessere Zeitpunkt.

Muss die Schnittwunde verstrichen werden?

Nein, und das ist inzwischen gut belegt. Wundverschlussmittel schließen Feuchtigkeit und Pilzsporen eher ein. Wichtiger ist ein sauberer Schnitt am Astring, den der Baum von selbst überwallt.

Ihre Frage ist nicht dabei? Rufen Sie an: 0152 56098737

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